San Miguel de Allende liegt im Herzen des zentralen Hochlands von Mexiko und ist ein lebendiges Zeugnis der reichen kulturellen Vielfalt des Landes. Diese bezaubernde Stadt liegt im Bundesstaat Guanajuato, etwa 170 Meilen nordwestlich von Mexiko-Stadt, und befindet sich auf einer Höhe von 1.870 Metern über dem Meeresspiegel. Ihr gemäßigtes Klima mit milden Temperaturen und niedriger Luftfeuchtigkeit hat sie zu einem Zufluchtsort für Auswanderer und Künstler aus aller Welt gemacht. Die Bevölkerung der Stadt, eine Mischung aus Einheimischen und einer bedeutenden ausländischen Gemeinschaft, trägt zu ihrem kosmopolitischen und doch eindeutig mexikanischen Ambiente bei.
Die historische Bedeutung von San Miguel de Allende ist eng mit dem mexikanischen Unabhängigkeitskampf verwoben. Die ursprünglich als San Miguel el Grande bekannte Stadt wurde 1542 von dem Franziskanermönch Fray Juan de San Miguel gegründet. Sie wurde zu einem wichtigen Zwischenstopp auf der Silberroute zwischen Zacatecas und Mexiko-Stadt. Sie ist vor allem der Geburtsort von Ignacio Allende, einer prominenten Figur im mexikanischen Unabhängigkeitskrieg. Allende spielte zusammen mit Miguel Hidalgo und anderen Aufständischen eine zentrale Rolle in der Anfangsphase der Revolution, was dazu führte, dass die Stadt 1826 zu seinen Ehren umbenannt wurde.
Mitte des 20. Jahrhunderts erlebte San Miguel de Allende eine kulturelle Renaissance, die sowohl von künstlerischer Innovation als auch von unternehmerischem Weitblick geprägt war. Im Jahr 1948 eröffneten Gloria und Fortunato Maycotte das erste Hotel in San Miguel, das Rancho Hotel El Atascadero. Diese bahnbrechende Einrichtung legte den Grundstein für die Entwicklung der Stadt zu einem Ziel für Reisende, die Charme, Kultur und Kreativität suchten. Etwa zur gleichen Zeit trugen Persönlichkeiten wie Stirling Dickinson zur aufkeimenden Kunstszene der Stadt bei, indem sie die Escuela de Bellas Artes, eine Kunstschule, mitbegründeten, die Künstler und Schriftsteller anzog, darunter José Chávez Morado und David Alfaro Siqueiros, die an der Schule Malerei unterrichteten. Der Zustrom kreativer Köpfe verwandelte die Stadt in ein blühendes künstlerisches Zentrum, ein Erbe, das bis heute anhält.
In Anerkennung der gut erhaltenen barocken Kolonialarchitektur und ihrer historischen Bedeutung hat die UNESCO San Miguel de Allende und das nahe gelegene Heiligtum Jesús Nazareno de Atotonilco 2008 zum Weltkulturerbe erklärt. Diese Auszeichnung unterstreicht das Engagement der Stadt, ihr reiches Erbe zu bewahren und sicherzustellen, dass ihre geschichtsträchtige Vergangenheit ein integraler Bestandteil ihrer lebendigen Gegenwart bleibt. Dank des Engagements für die Bewahrung der Geschichte konnte San Miguel seine Authentizität bewahren und gleichzeitig seine Rolle als kultureller Leuchtturm wahrnehmen.
Auch heute noch verzaubert San Miguel de Allende seine Besucher mit kopfsteingepflasterten Straßen, farbenfrohen Fassaden und einem spürbaren Sinn für Geschichte. Die einzigartige Mischung aus kolonialem Charme, künstlerischem Flair und kultureller Lebendigkeit schafft eine Atmosphäre, die alle, die durch die malerischen Alleen schlendern, in ihren Bann zieht. Von seinem künstlerischen Erbe bis hin zu seinem beständigen historischen Geist verkörpert San Miguel einen Zauber, der Einwohner und Besucher gleichermaßen inspiriert.